Rezension: Unser Apfelkochbuch.

9783809433415_CoverKurz nach der Apfelschwemme und meinen Lösungsansätzen erreichte mich dieses Apfelkochbuch. Ich dachte, das wäre eine schöne Idee und vielleicht würde es mich ja inspirieren und mir neue Ideen verschaffen was man mit so einem Haufen Äpfel so anstellen könnte. Leider ist Unser Apfelkochbuch: Koch- und Backrezepte von Eckart Brandt & Judith Bernhard, erschienen beim Bassermann Verlag, hierfür nicht so geeignet.

Generell ist das Apfelkochbuch recht schön gemacht: es gibt eine kleine Einleitung, wie es zu der Buchidee kam, dann ein bisschen Drumherum zu den Rezepten und dann gehts los: aufgeteilt in Vorspeisen, Hauptspeisen, Nachspeisen und Kuchen gibt sehr sehr viele Rezepte rund um den Apfel. Ob herzhaft oder süß, als essentieller Bestandteil oder als kleines Detail am Rande. Alle sind recht gut machbar und bewegen sich auf einem mittleren Kochlevel – nicht unbedingt für Anfänger, aber jeder normale Alltagskoch sollte sich hier zurechtfinden. Die Rezepte stammen vor allem aus der gehobenen Hausmannsküche und beinhalten Klassiker vom Bratapfel bis zum Eiersalat – alles was man so mit Apfel verfeinern kann oder wo er ganz selbstverständlich reingehört. Keine übermäßig exotischen Zutaten, sondern wirklich hübsche Rezepte deutscher Machart; ganz im Einklang mit der Idee des Buches, biologisch angebaute, regionale, alte Sorten zu verwenden.

Das ganz große Manko ist aber für mich: da sich das Buch sich eben als vehemente Fürsprache für die Nutzung alter und/oder unbekannter Apfelsorten versteht, werden auch (nur) diese Sorten verwendet. Und da steht dann eben im Rezept: „ein Apfel (Jacob Lebel)„. Jacob Lebel? Nie gehört. Dankenswerterweise führt das Buch zwar ein Apfelregister ganz am Ende auf, in dem erklärt wird welche der im Buch verwendeten Sorten wofür geeignet ist, welche Erntezeiten es gibt etc. Aber leider, leider gibt das Buch keine Alternativen zu den jeweiligen Sorten, Und während ich einen im Buch erwähnten Boskoop auch im Supermarkt kriege und in den Rezepten genannte Klaräpfel eventuell auf dem Wochenmarkt, so sind doch 90 % der verwendeten Sorten für mich einfach nicht erhältlich. Noch nicht einmal auf dem gut sortierten Wochenmarkt meiner Großstadt, der viel Bio & Regional führt.

Und unter diesen Voraussetzungen kann ich einfach viele der Rezepte nicht mal ausprobieren, weil ich nicht wirklich weiß, ob es okay wäre auch eine andere Sorte zu verwenden. Vermutlich nicht, denn in der Einleitung wird lang und breit erklärt, dass jede Sorte ihren eigenen Einsatzort hat, ihre eigenen Qualitäten und Besonderheiten. Das ist mir ja auch klar – aber wird eine Suppe mit Apfel nun auch super, wenn ich statt der genannten Sorte eine andere, ähnliche, verwende? So, wie es im Buch klingt, sind die Rezepte wirklich auf diese eine, genannte Sorte abgestimmt. Also: kein Austausch möglich. Und da ich die meist nicht besorgen kann – siehe oben.

Da ich also nun keinen eigenen Apfelgarten besitze, und die Sorten nur sehr schwer oder gar nicht bekomme, wird es mit den Rezepten schwierig. Toll wären einfach Alternativen gewesen. So wie es ist, funktioniert es für mich leider nicht. Das reißen auch die schönen Fotos nicht mehr heraus. Schade! Fazit: ein nettes Kochbuch, das mit Liebe gemacht wurde – aber nur für Menschen die freien Zugang zu einer Bio-Apfelplantage haben.

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