Rezension: „Indisch Kochen“ von Anjali Pathak

 

9783517094236_Cover„Indisch kochen“ von Anjali Pathak vom Südwest Verlag erreichte mich im besten Indien-Look – nämlich dem momentan sehr hippen Purpurton, der viele Kochbücher zum Thema Indien ziert. Schlicht & ergreifend „Indisch kochen“ als Titel, das weckte bei mir die Assoziation, dass es hier um Currys und Currys und nochmal Currys gehen würde. Ich liebe indisches Essen! Sei es zuhause oder im bevorzugten indischen Restaurant! Und da mein Bücherregal bereits mit 3-4 indischen Kochbüchern bestückt ist, war ich gespannt, was dieses hier bringen würde. Denn zum großen Teil besitze ich eben Kochbücher von Europäern, die indische Gerichte für Europäer aufschreiben. So etwa im großen „Indien„-Teil des „Das große Buch der Asiatischen Küche, oder aus „Currys (Trendkochbuch (20))„, einem Buch dass seit Jahren immer wieder bekocht wird (z.B: mit diesem fantastischen und super einfachen Curry!). Dazwischen tauchte noch „Indische Currys. Die 50 besten Originalrezepte aus allen Teilen des Landes bei mir auf, ein Kochbuch einer Inderin, die ganz authentisch indische Currys mit schönen Fotos verbindet. Die waren allerdings für meinen europäischen Gaumen doch etwas speziell und auch mit dem Nachkochen hatte ich einige Probleme.

Nun also: „Indisch kochen“ von Anjali Pathak. Sie ist wohl die Enkelin des Pathak-Imperiums, wenn ich das richtig verstande habe, sind das die Könige der indischen Gewürze in Großbrittanien. Und alles, was man so üblicherweise von einem indischen Kochbuch erwartet, sollte man für Frau Pathak beiseite schieben.

Das Buch unterteilt sich in unterschiedliche Bereiche: Fleisch, Gemüse, Grillen, Süßes, „Gesundes“. Dazu, eingestreut, Infos zu häufig benutzten Küchengeräten, Gewürzen und Gewürzmischungen und immer wieder Familienfotos. Das ist ganz süß, hätte man aber auch rauslassen können – ich kenn die Familie ja nicht, und dieses betont Persönliche ist nicht so mein Stil. Aber stören tuts auch nicht, also: konzentrieren wir uns auf die Rezepte.

Alle Rezepte kommen mit Tipps für Abwandlungen, wie man sie etwa mit weniger Zeit oder leicht anderen Würzungen machen kann, wenn man mal weniger Zeit hat oder bestimmte Gewürze gerade nicht bekommt. Das mag ich persönlich sehr gerne, denn Kochen ist für mich auch immer Variieren. Soweit  – so super!

Der totale Knaller waren aber die Rezepte selber. Denn wer, wie ich, erwartet dass es hier die klassisch indische Küche, erklärt von einer Inderin, gibt, der hat sich geschnitten. Anjali Pathak kombiniert die ganz klassische indische Küche mit europäischen Einschlägen und präsentiert Dinge wie etwa einen Gemüsesalat mit Quinoa. Oder eine Milchkaffee-Meringue mit Safran-Creme. Dazwischen: Klassiker wie Chicken Tikka Masala, Biryanis oder Naan-Brot. Die meisten Rezepte sind, soweit ich das beurteilen kann, schon sehr authentisch indisch, häufig schreibt die Autorin auch aus welcher Region Indiens sie das Rezept mitbrachte oder wie sie es variiert hat. Gewürze in allen Formen und Farben und in großen Mengen spielen die Hauptrolle, aber es sind nie die Gerichte, die man mit dem Besuch im indischen Restaurant assoziiert – sondern immer sind sie irgendwie… anders! Ein Touch Arabien mit Granatapfel, ein Touch Anden mit Quinoa, ein Touch USA mit Burgern.

Daran musste ich mich erst kurz gewöhnen, denn obwohl ich jedes neue Kochbuch ganz entspannt und neutral aufschlage und mich überraschen lasse, war dies dann doch etwas das ich gar nicht erwartet hatte. Aber eine angenehme Überraschung! Wir haben schon einiges angestrichen dass auf jeden Fall probiert wird – und ich werde berichten!

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