Bolivianische Chilisauce: Llajwa / Llajhua!

Llajwa fixaufdentisch.de

Llajwa (sprich Jachwa, und auch geschrieben Llajhua, Llahua) ist eine bolivianische Chilisauce aus der dort verbreiteten Locoto (auch Rocoto) – Chili, Tomaten, Quirquiña (auch bekannt als bolivianischer Koriander), Salz, Pfeffer und etwas Öl.

„Llajwa“ begleitet eigentlich JEDES bolivianische Essen, sei es Suppen, Reis- und Fleischgerichte, Grillspeisen, herzhafte Gebäcke zum Nachmittag, Empanadas… also eigentlich ALLES. Man rührt sie in flüssige Speisen (etwa zur Erdnuss-Suppe) oder gibt sie zu festen Speisen (z.B. Majadito) obendrauf, bei Empanadas beißt man die Spitze ab und füllt die Llajwa dann portionsweise ein.

Chicharron mit Llajwa fixaufdentisch.de
Chicharron mit Llajwa fixaufdentisch.de

Nachdem ich lange rumprobiert habe, ist es mir gelungen Llajwa auch in Deutschland hinzubekommen. Das liegt zum Einen daran, dass ich endlich eine Gärtnerei gefunden habe, die Quirquiña-Samen versendet und ziehe nun meine eigene Quirquiña. Das Kraut wächst wie wild und ist definitiv der Punkt, der Llajwa zu Llajwa macht. Es ist extrem aromatisch und alleine die Berührung der Blätter reicht aus um die Küche mit dem Duft zu erfüllen. Ich finde nicht, dass es wie Koriander riecht – es riecht einfach… nach Quirquiña. Zum anderen führt mein kleiner lateinamerikanischer Laden in Berlin auch tief gefrorene Locoto, auch bekannt als Baumchili. Man kann auch andere Chilis nehmen, das geht natürlich auch. Wer aber echt bolivianische Llajwa probieren will, sollte mal nach Locoto suchen!

Wer keine Locoto und keine Quirquiña zur Hand hat, kann auch einfach auf eine Variante mit den eben vorhandenen Chilis und Koriander zurückgreifen. Auch das ist sehr lecker und kommt dem Original nahe.

Originalerweise wird Llajwa auf einem Mahlstein gemahlen, das macht heute außer auf dem bolivianischen Land aber niemand mehr. Man nimmt schlicht und ergreifend einen Mixer oder Küchenmaschine! Tomate und Locoto rein, Quirquiña dazu. Je nachdem welche Tomaten man hat, wird das Ganze etwas mehr oder weniger flüssig. Deshalb nehme ich meist Fleischtomaten, da ist weniger Tomatenflüssigkeit drin. Auch in Bolivien gibt es Llajwa in allen möglichen Flüssigkeitszuständen, es existiert also keine „ideale“ Llajwa. Versucht einfach, eine möglichst nicht ganz dünne Sauce zu erreichen.

Danach wird abgeschmeckt und es kommt auf den Tisch! Llajwa ist nicht haltbar, deshalb muss sie immer am gleichen Tag verbraucht werden. Das ist aber nicht schwierig, denn außer zum Essen passt sie zum Beispiel auch zu Nachos!

Für eine kleine Schüssel Llajwa (für 2 Personen) braucht man nicht viel:

ca 1/2 Locoto

1-2 Fleischtomaten mittlerer Größe

ca. 10-12 Blätter Quirquiña

Salz, einen Spritzer Öl

Und jetzt:

Locoto ggbfs. halbieren und entkernen. Tomaten in Hälften oder Viertel schneiden. Quirquiñablätter bereitlegen.

Jetzt Locoto, Quirquiña und Tomate im Mixer pürieren. Mit Salz leicht abschmecken und einen Sporitzer neutrales Öl (Sonnenblume, Raps o.ä.) hinzufügen.

In ein Schälchen füllen und ab auf den Tisch!

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