Leben ohne Kühlschrank: Tipps & Tricks.

Der Kühlschrank ist kaputt – und innerhalb von wenigen Stunden wurde mir klar, wie abhängig ich von dem guten Stück bin. Ein Leben ohne Kühlschrank? Sehr schwierig. Während man eine kaputte Geschirrpülmaschine durch Abwaschen ersetzen kann und eine Waschmaschine durch selber waschen oder den Waschsalon, hilft einem beim Kühlschrank nicht viel weiter. Warm bleibt warm. Und Essen fällt immer an.

Wie so oft, versuchte ich im Netz Hilfe zu finden. Nicht ganz einfach, denn die meisten Einträge rieten dazu, eben sofort einen euen Kühlschrank zu finden. Mache ich, aber da liegen dann immer noch eine Woche Wartezeit zwischen mir und der neuen Kühlung. Und einen Eisschrank wie um 1900 besitze ich eben auch nicht. Hier übrigens ein Link zu einer experinetal-archäologischen Versuchsanordnung zum Thema „Römische Kühlschränke“!

Was mache ich aber in der Zwischenzeit mit dem Essen? Auch mein Kochbuch von Frau Davidis um 1900 half mir nur wenig weiter – dabei lebte man ja damals ohne Kühlschrank. Aber offenbar ist bei Frau Davidis eine Speisekammer und ein Keller Voraussetzung. Beides stehen mir so nicht zur Verfügung. Die besten Tipps und Tricks für ein Leben (oder auch nur einige Tage) ohne Kühlschrank führe ich daher hier mal auf. Trotzdem bin ich froh, dass ich nur eine Woche warten musste. Ein Leben ganz ohne Kühlschrank kann ich mir bei allem Minimalismus kaum vorstellen!

eisschrank um 1900Ausfälle in der kalten Jahreszeit? Na dann:

Tipp 1: Dein Kühlschrank fällt in der kälteren Jahreszeit aus? Dann bist du fein raus. Benutze Balkon und Fensterbrett oder ggbfs. auch einfach einen kalten Raum in der Wohnung um alle Lebensmittel dort unterzubringen. Damit kann man einige Wartetage ganz gut überbrücken.

Ausfälle in der warmen Jahreszeit? Schwierig. Aber nicht unmöglich. Nach eingehender Lektüre des Internets sowie des Kochbuchs von Frau Davidis um 1908 kann man wohl u.A. Folgendes empfehlen:

Tipp 2: Verbrauche umgehend alles, was wirklich schnell verderblich ist und eventuell noch im  – jetzt unbrauchbaren – Kühlschrank lagert. Dazu gehört vor allem: frische Milch, Milchprodukte, Fleisch und selbstverständlich alle TK-Produkte die eventuell noch da sind. Sollten die Lebensmittel schon einige Stunden ungekühlt gewesen sein, bevorzuge ich sie zu erhitzen bevor ich sie esse. Fantastische Gerichte zur generellen Resteverwertung sind zum Beispiel sämtliche Pfannengerichte oder Quiches.

Tipp 3: Du besitzt einen trockenen kühlen Keller? Großartig, runter mit allem was nicht extrem leicht verderblich ist. Dazu gehören vor allem: Gemüse, Käse, Eier, ungeöffnete Milchprodukte.

Tipp 4: Kein Keller und auch sonst keine kühleren Räume in deiner Wohnung? Willkommen im Club und auf dem erhöhten Schwierigkeitslevel. Trotzdem gibts immer noch Aufbewahrungsmöglichkeiten! Zum Beispiel kannst du  Lebensmittel wie abgepackte Milchprodukte oder Wasser- und andere Flaschen in feuchte Tücher oder Stoffbeutel einfüllen und diese an einen mehr oder weniger windigen und schattigen Ort hängen. Das kann eine Ecke auf dem Balkon sein, am Fensterriegel wenn die Sonne nicht drauf steht, etc. Diverse Onlineseiten empfehlen diese Möglichkeit und sagen, dass diese Kühlmöglichkeit gut funktioniert – allerdings nur wenn man immer schön nachfeuchtet. Schlecht, wenn man berufstätig ist.

Tipp 5: Wenn Kühlung generell nicht möglich ist, weil keine der Möglichkeiten für dich funktioniert, dann hilft nur eines: Koch- und Kaufverhalten für einige Tage umstellen.

  • Nur nach Bedarf kochen. Essensreste sollen nicht anfallen, da sie ohne Kühlung wirklich nicht sicher essbar sind (und das sage ich als jmd. den das Mindestverzehrdatum sonst nicht ernsthaft interessiert).
  • Verlass dich auf Auge & Nase: was nicht mehr gut riecht oder seltsam aussieht: weg damit. Bei allem Sparen und Reste verwerten – das ist es nicht wert!
  • Fleisch nur für den sofortigen Verzehr kaufen oder ggbfs. für die Wartetage gar nicht kaufen.
  • Gemüse und Obst in kleinen Mengen einkaufen und falls möglich vor allem durchgegart essen.
  • Umsteigen auf Konserven! Die kann man besser dosieren und auch lagern.
  • Kochen mit Hülsenfrüchten, Nudeln und Reis.

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