Kaufdiät! Ausflug in eine weniger verschwenderische Welt.

Ich habs ja schon öfter durchblicken lassen: der ganze große Konsum ist nicht meins. Wir machen seit Jahren immer wieder Phasen durch, in denen wir sehr wenig ausgeben und uns Ziele setzen wieviel ausgegeben werden darf. Genau das Prinzip der Kaufdiät, wie es jetzt häufiger im Netz herumgeistert. Wir reparieren seit Jahren viele Dinge im Haushalt und improvisieren, anstatt wegzuwerfen und einfach neu zu kaufen. Ich behaupte mal, das kommt zu einem Teil auch aus meiner Sozialisierung in der DDR. Da wurde viel aufgehoben und wiederverwertet. Gute Sache!
Grund des heutigen Eintrages ist ein Artikel der Zeit Online, den ich sehr interessant fand, weil er das Thema Verbote aufgreift damit sinnloser Konsum vermieden wird. Ich empfehle den dringend weiter!

In den letzten Jahren ist Recycling, wiederverwerten und (möglichst) nix wegwerfen auch bei vielen Leuten der Mehrheitsgesellschaft angekommen. Hier nur mal ein Auszug aus Google zur Suchanfrage: „Lebensmittel nicht wegwerfen“: unglaublich viele Einträge! Das ist natürlich gut, aber es geht auch noch besser.

Ich habe ja schon öfter mal erwähnt, dass es zB bei Chefkoch das Forum „Resteverwertung“ gibt, in dem auch die abstrusesten Anfragen noch sinnvolle Antworten erhalten (mein Favorit zur Zeit: Was mache ich mit abgepackten Currysaucen-Päckchen von McDonalds???). Eigentlich muss man gar nichts an Essen wegwerfen, es gibt für alles gute Lösungen. Parallel dazu gibt es dort seit Jahren das Thema Kaufdiät – faktisch deckungsgleich mit unserer privaten Idee, mit einem recht kleinen Budget über den Monat zu kommen und so mehr für anderes übrigzuhaben. Es gibt einige Regeln dazu, eigentlich sind es eher Hilfestellungen als Regeln. Budget etc. setzt man sowieso persönlich fest.

Die Kaufdiät auf die Spitze getrieben hat für mich eine Bloggerin, die ihrem Blog namens KAUFDIÄT über ihr Leben mit Familie und einem sehr strikten Plan zum Vermeiden von Einkäufen schreibt. Eine gute Sache mit vielen Anregungen und Links zu wichtigen Seiten des frugalen Lebens und der Verschwendung von Ressourcen. In ihrer Striktheit für mich aber eher Anregung als nachahmenswert.

Wie lebt man mit weniger?

Persönlich muss ich sagen, dass ich über die Jahre eine richtige Aversion bezüglich des Wegwerfens von Dingen, vor allem aber von Lebensmitteln entwickelt habe. Das führt dazu, dass am Ende des Monats meist Geld übrig ist oder man eben Geld in andere, langfristig schöne Dinge investieren kann. Das ist, wie ich finde, eine wunderbare Sache und gibt mir auch das gute Gefühl bewusster einzukaufen, zu kochen und – am  Ende – auch zu leben. Die Dinge um uns herum haben es nicht verdient einfach entsorgt zu werden.  Oder zu wachsen nur um dann zu vergammeln.

Wie schafft man es also, möglichst wenig zu entsorgen und sinnvoll zu kochen? Für mich waren folgende Regeln hilfreich:

  1. Das Überlegen über „Was koche ich heute????“ sollte nicht im Supermarkt beginnen. Dann, das garantiere ich aus Erfahrung, kauft man sicher doppelt und dreifach ein. Das fühlt sich gut an weil man so viele leckere Dinge im Korb hat, hilft aber Null beim Verbrauchen von vorhandenen Dingen zuhause. Im schlimmsten Fall hat man danach Sachen doppelt. Deshalb: morgens überlegen was man abends gerne hätte. Oder sogar einen Wochenplan machen.
  2. An allererster Stelle steht die Idee, im Kopf zu haben was noch im Haus ist zum Kochen. Dabei helfen zB Listen der Dinge, die im TK-Fach oder Vorratsschränkchen lagern. Vor allem der Dinge, die weiter hinten liegen!
  3. Hat man keine Liste, dann sollte man einfach mal in den Kühlschrank schauen. Liegt da noch Fleisch? Käse? Gemüse unten im Fach? Stehen noch Konservendosen im Vorratsschrank? Oder Tüten von Hülsenfrüchten, Nudeln, Reis? Ansehen, im Hirn abspeichern.
  4. Der Schritt nach der (mentalen) Inventur der Vorräte lautet: was kann ich aus den Sachen noch machen und zwar möglichst OHNE was zuzukaufen? Da ergeben sich häufig sehr einfache, leckere Lösungen. Und dadurch, dass man sich selbst zu dieser Überlegung zwingt, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Wenn mir mal zu irgendeiner Kombination nichts Tolles einfällt, google ich einfach die Zutaten. Ganz ehrlich: da bin ich bislang IMMER fündig geworden. Und nur sehr selten ist es dann wirklich nicht mein Fall.
  5. Nicht unterschätzen sollte man, dass die meisten Dinge noch brauchbar sind, auch wenn sie nicht tagesfrisch sind. Auch die letzte Möhre kann noch irgendwo ins Curry und noch der letzte Rest von irgendwas kann irgendwo mitgekocht werden. Im besten Fall erzielt man so mehr Volumen und kann mehr Leute satt machen.
  6. Rezept gefunden, aber es verlangt Zutaten die gerade nicht da sind? Es hilft immer, wenn man überlegt ob man nicht einige davon ersetzen kann. Fleisch zB weglässt oder durch Tofu ersetzt. Ein Gemüse durch ein anderes, noch vorhandenes, austauscht. Creme Fraiche durch saure Sahne ersetzt. Im Notfall hilft auch hier bei Fragen das Internet. Wir sind sehr daran gewöhnt Rezepte als die Bibel anzusehen. Man kann aber im Notfall sehr viele Dinge durch andere ersetzen.

Reste essen ist langweilig?

Wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist es Langeweile auf dem Teller. Ich will gute Speisen mit unterschiedlichsten Einschlägen. Sehr hilfreich zum günstigen Kochen ist daher das Vorhandensein verschiedener Gewürze. Wenn man jetzt nicht jeden Tag von Haferflocken & Käsebrot leben will, dann hilft es, wenn man die vorhandenen Vorräte möglichst unterschiedlich verkocht – und dabei wiederum hilft ein gut sortiertes Gewürzarsenal.

Meins beinhaltet sicher so an die 40 Gewürze und -mischungen von mediterran bis lateinamerikanisch, die immer wieder erneuert und erweitert werden. Dadurch kann man auch mit immer ähnlichen Grundzutaten extrem divers kochen. So fühlt sich auch die Tatsache, dass ich 4 Tage lang das gleiche Gemüse esse nicht langweilig an, sondern spannend.

Auf der anderen Seite hilft auch hier das Internet weiter. Kann ich aus Chicoree noch was anderes machen als nur Auflauf? Was gibts da so für andere Rezepte? In den meisten Fällen finden sich interessante Alternativen.

All diese Dinge helfen mir dabei, wirklich günstig und vor allem sinnvoll zu kochen. Möglichst wenig zu entsorgen und doch gut zu kochen. So, dass alle damit zufrieden sein können. Und das ist doch das Wichtigste!

Kartoffel-Steckrüben-Auflauf fixaufdentisch.de
Kartoffel-Steckrüben-Auflauf fixaufdentisch.de

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: